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Das Fenster zum unentdeckten Land

Die vielleicht wesentlichste Grundvoraussetzung dafür, für die Veränderungen der Zukunft bestmöglich gerüstet zu sein und eine nachhaltige Gestaltung sicherzustellen, ist ein umfassend neu gedachtes Bildungssystem.

Es ist daher nur konsequent, dass ich mich parallel zu meinem bekannten Forschungsschwerpunkt "Zukunft der Arbeit" in den letzten Monaten intensiv mit den Herausforderungen des Bildungswesens beschäftigt habe. Ich habe dazu (mit freundlicher Unterstützung des Education Teams von Microsoft Österreich) im Rahmen einer umfassende Studie "Zukunft der Bildung" die Perspektive auf ein Potentialorientiertes Bildungssystem entwickelt.

Dieses Bildungssystem der Zukunft stellt die individuellen Talente des Einzelnen in den Mittelpunkt, es leitet sich aus der Innovations- und Wissensgesellschaft ab, unterstützt vor allem soziales Lernen, Kritik- und Demokratiefähigkeit und somit solidarisches Handeln im Arbeits- und Privatleben. Solide Grundausbildung, soziale und persönliche Kompetenzen, reflektierter Umgang mit Medien und IT, humanistische Allgemeinbildung und Kreativität sind gleichberechtigte Partner in diesem Bildungssystem der Zukunkt.

Ich möchte damit zu einer Aufbruchstimmung beitragen, die sich im Kern stets die Frage nach dem Ermöglichen und Erschließen von Potentialen stellt.

Und zu diesem Aufbruch gehört ein intensiver Dialog - darum freut es mich ganz besonders, dass die Studie beim diesjährigen Forum Alpbach vorgestellt wird und Gegenstand eines Arbeitskreises ist, in dem ich Gelegenheit haben werde, mit einem hochkarätig besetzten Podium dazu zu diskutieren:

Europäisches Forum Alpbach
Arbeitskreis Zukunft der Bildung

Arbeitskreis-Mitglieder:

  • Gertrude SCHATZDORFER, Geschäftsführende Gesellschafterin, Schatzdorfer Gerätebau
  • Alexander HAHNEFELD, Leiter Human Resources, Microsoft Österreich,
  • Josef LUCYSHYN, Leiter Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des österreichischen Schulwesens (BIFIE)
  • Erwin NIEDERWIESER, Abgeordneter zum Nationalrat, SPÖ-Bildungssprecher
  • Herbert PAIERL, Vorstandsdirektor Unternehmens Invest AG; Präsident Management Club
  • und ich selbst.
  • Moderiert wird der Arbeitskreis von der Ressortleiterin Karrieren der Tageszeitung Kurier Sandra BAIERL

Ich werde natürlich hier am Reflections-Blog sowohl vom Arbeitskreis berichten, als auch nach der Veröffentlichung auf die Studie selbst verlinken. Es würde mich aber auch freuen, den einen oder anderen Blog-Leser persönlich beim Forum Alpbach zu treffen. Bitte laßt mich also wissen, wenn ihr vorhabt, nach Alpbach zu kommen! Und selbst wenn sich Alpbach nicht ausgeht, freue ich mich über Reaktionen und Meinungen und stehe für persönliche Gespräche gern zur Verfügung.

Zukunft ist das unentdeckte Land, Bildung ist das Fester, durch das wir auf dieses Land blicken. Es würde mich freuen, diesen Blick gemeinsam zu wagen!

 

 

Und wie soll Ihr Büro aussehen?

 

Die Zukunft der Arbeit war dieser Tage zu Gast bei VITRA, einem der weltweit herausragendsten Möbelhersteller mit Design-Anspruch und Lösungs-Kompetenz. Dabei durfte ich zur zentralen Frage "Wie können Büromöbel aktuelle Veränderungen im Bereich der Arbeitswelten unterstützen?" mit Ute Woltron, Ernst Morgenbesser (Uniqua Immobilienservice) und Fritz Hrusa, dem CEO von Vitra Österreich diskutieren.

Mein Standpunkt dabei: Kreativität braucht eine inspirierende Athmosphäre, und somit spielt das Büro eine entscheidende Rolle als Rahmenbedingung für hochproduktive Arbeitsprozesse.

Erfolgreiche Unternehmen werden sich dadurch auszeichnen, dass sie Meister im Ausbalancieren scheinbarer Gegensätze sind, so zum Beispiel zwischen Offenheit und Konzentration, zwischen Belastung und Entlastung, zwischen Individualität und Teamwork, Tempo und Kontemplation.

Der Büroraum verkörpert dabei unterschiedliche Rollen: Einerseits als Arbeitsort, der dem einzelnen Mitarbeiter als Rückzugsbereich dient, aber auch für konzentrierte Arbeit, zum Ausbrüten von Ideen. Weiters als priveligierte Raumzone, wie es bspw. Meetingräume sind, zwar für alle zugänglich, allerdings reservierbar und durch Benutzung automatisch für andere gesperrt; hier finden Gruppenarbeiten, Teamwork, Besprechungen, formeller Austausch statt. Und schließlich öffentliche Raumzonen, z.B. die Cafeteria, für alle zugänglich, offen und hauptsächlich für die informelle und soziale Interaktion genutzt.

Zwischen diesen eigentlich voneinander abgegrenzten Zonen ergibt sich zunehmend ein nahtloses Kontinuum: Mitarbeiter arbeiten dank wireless communication den halben Tag lang eben nicht auf ihrem Arbeitsplatz, sondern in der Cafeteria; fürs konzentrierte Arbeiten zieht man sich alleine in einen Meetingraum zurück, usw.

Diese verschwimmenden Grenzen bedeuten aber nicht Beliebigkeit, sondern stellen im Gegenteil die Forderung nach besserer Planung dar. Und eben diese Planung wird sich nicht mehr an der Aufbauorganisation orientieren, sondern an der Ablauforganisation und an der Unternehmenskultur: Teams werden projektorientiert zusammengestellt, Unternehmensstrukturen und Prozesse ändern sich - die Büroarchitektur und die Büromöbel müssen dem nicht nur Rechnung tragen, sondern es unterstützen und fördern.

Denn eines steht ganz klar fest: Sowohl die Massenbürohaltung in legefarmartigen Cubicles als auch die Vereinzelungsanlage des Individualbüros, beides hat ausgedient.

Vitra hat in diesem Zusammenhang mit seiner Philosophie "Net n'  Nest" ein spannendes Möbelkonzept entwickelt, das ausgezeichnet zu diesen Prinzipien passt. Flexibel, funktional, gegensätzlich, sich aber ergänzend und sich wechselseitig erfordernd. Von Hrn. Morgenbesser kamen ebenso spannende Erkenntnisse aus dem preisgekrönten und innovativen Uniqa Tower in Wien.

Die Diskussion war entsprechend lebhaft und inspirierend, einen Eindruck davon können Sie sich in der Berichterstattung im Wirtschaftsblatt und in der Presse verschaffen.

Wie wichtig das gezielte Nachdenken über Ihr persönliches Büro der Zukunft ist, hat Vitra übrigens in der Net n' Nest Broschüre gut auf den Punkt gebracht: This is where we spend our day!

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Innovation und Kreativität bestimmen nicht nur die Zukunft der Arbeit, sondern auch die IT

Der Medienkonzern Axel Springer hat eine weitreichende Technologie-Entscheidung getroffen und steigt vollständig auf Apple um - Desktops, Notebooks, dem Vernehmen nach sogar die Smartphones, alles wird Apple. Das ist zunächstmal nur für die betroffenen Lieferanten von Bedeutung, immerhin katapultiert sich das Medienhaus damit mit einem Schlag zum zweitgrößten Apple Kunden der Welt.

Ich will hier auch keine Plattform-Diskussion führen, also ob Windows besser ist oder Apple oder ob nicht überhaupt Linux das genialste Betriebssystem ist. Für alle an solchen Diskussionen interessierte Leser darf ich auf einschlägige Foren verweisen, in denen die Fanboy-/Flamer-Diskussionen mit großer Verve geführt werden.

Nein, darum geht es mir nicht. Vielmehr interessiert mich, aus welchen Gründen eine so umfassende IT-Entscheidung gefällt wird.

Kosten? Ja auch. Vor allem aber möchte der Konzern damit die Unternehmenskultur beeinflussen und zu einer Arbeitswelt beitragen, die der Innovation und Kreativität der Mitarbeiter Rechnung trägt. Der Vorstand hat vier Gründe für den Umstieg genannt:

  1. Apple-Computer seien gerade für kreative Prozesse am besten geeignet.
  2. Sie würden sich durch einfache Bedienung auszeichnen, die den Anwender in den Vordergrund stellt.
  3. Apple stelle die schönsten Rechner her. Mit einem Apple-Gerät sehe jeder einfach schöner aus und dadurch würden möglicherweise die Mitarbeiter noch ein bisschen lieber zur Arbeit gehen
  4. Wirtschaftliche Gründe.

"Apple steht für Kreativität, Innovation, Ästhetik und Kompetenz und ist damit der ideale Partner", wird Dr. Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG im Pressetext zitiert, aber am besten, Sie hören Sie den Mann selbst an in diesem Video an die Mitarbeiter seines Hauses:

 

Innovation, Kreativität, Design - drei entscheidende Faktoren für die Zukunft der Arbeit. Axel Springer - als Verlagshaus ein hundertprozentiges Unternehmen der Wissensgesellschaft - hat diese Voraussetzungen als entscheidende Parameter auch seiner IT-Strategie erkannt und seine Technologie-Entscheidung entlang dieses Maßstabes bewertet. Beeindruckend.

 

Keiner schlafe! Keiner schlafe!

Die aktuelle deutsche Telekom-Werbung [via Robert Basic] liefert mir den Auslöser, über Innovationskulturen zu reflektieren.

Man kennt ja die zu den letzten Jahren grassierenden Talenteshows und meinetwegen kann man dazu stehen wie man will, wir wollen uns heute mal 2 völlig konträre Beispiele ansehen:

Einerseits "Deutschland sucht den Superstar". Während das Hauptziel der Amateure nach wie vor bleibt, einen Plattenvertrag zu bekommen, ist die RTL Show wesentlich darauf ausgerichtet, die Kandidaten regelrecht vorzuführen und zum allgemeinen Gaudium des Publikums öffentlichkeitswirksam und plakativ zu richten. Nicht umsonst wurde gestern der Sender zu einer Strafzahlung verurteilt, um den beleidigenden Sprüchen von Juror Bohlen ein Ende zu bereiten.

Bitte mich nicht falsch zu verstehen: Mir ist klar, wer sich in eine solche Show begibt, ist ein Freiwilliger und sollte sich seiner Handlungen bewußt sein. Ich bin ein absoluter Freund hoher Qualität und anspruchsvoller Leistungen und daher ist Kritik an so mancher Darbietung mehr als gerechtfertigt. Es geht mir aber vor allem um Feedbackkultur im Zusammenhang mit Kreativität.

Daher schwenken wir zum anderen Beispiel, das vor einem Jahr in England stattgefunden hat und die Grundlage für die erwähnte Telekom Kampagne ist:

 
www.youtube.com/watch?v=1k08yxu57NA&fmt=18 
(Update mit Link, da offenbar manche RSS Reader das embedded Video nicht übernehmen)

Ich denke, man muss nicht unbedingt Oper mögen, um berührt zu sein, wenn man das sieht - ging es Ihnen nicht auch so?

Man darf sich vorstellen, welches Feedback Kandidat Paul Potts von der DSDS Jury bekommen hätte, wenn er zu einem Talentewettbewerb mit dem Ansinnen antritt, die klassische Puccini Arie Nessun Dorma vortragen zu wollen. Den Ersteindruck hat Robert Basic schon ganz richtig so zusammengefaßt: "Oh my, was ein Loser, komisches Aussehen, schiefe Zähne, null Ausstrahlung, kleiner Hänfling, null Selbstbewußtsein. Mobilfunkverkäufer, auch noch. Der singt bestimmt schrecklich dazu… " Dass es sich auszahlt, den Ersteindruck beiseite zu schieben und das Unerwartete zuzulassen, wurde hier eindrucksvoll bewiesen - übrigens nicht nur aus künstlerischer Perspektive, sondern auch kommerziell: Paul Potts hat die Talenteshow gewonnen und mittlerweile einen mit 1 Mio Pfund dotierten Plattenvertrag bei Sony BMG.

Was hat das mit Innovationskultur zu tun? Kommt Ihnen der folgende Gedanke vertraut vor: "Oh my, was für ein Loser, ausgerechnet der aus der Finanzabteilung will in dem Marketingprojekt mitarbeiten, na toll, ausgerechnet der wird sicher eine gute Idee zu unserer neuen Strategie haben, ganz bestimmt.". Tja...

Was uns die diese beiden Beispiele lehren, hat Sir Ken Robin in seiner berühmten TED Rede so zusammengefaßt: "If you are not prepared to be wrong, you will never come up with anything creative." -- und für den Einsatz in Unternehmen erlaube ich mir zu ergänzen: "If you are not prepared to foster a culture, where being wrong is okay, your team will never come up with anything creative".

 

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Generation IT

Man muss nicht gleich Phrasen wie jene von der „Weisheit des Alters“ bemühen, um zu erkennen, dass generationengerechte Arbeitswelten gerade auch in der IT-Branche ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Zukunft sein werden. Die Fakten sprechen für sich, allerdings ist damit die Herausforderung für Unternehmen verknüpft, Denkgrenzen aufzulösen.

Aus meiner Perspektive stellen sich diese Herausforderungen auf drei Ebenen dar:

  1. Ein nachhaltiger Strukturwandel, der gegen vorhandene gläserne Decken wirkt.
  2. Die Notwendigkeit, lebenslanges Lernen auch in die umgekehrte Richtung zu denken.
  3. Das Abbilden der Silver Economy im eigenen Unternehmen.

Die Österreichische Computer Gesellschaft hat mich gebeten, diese Trends in einem Beitrag für das OCG Journal darzustellen, was ich natürlich gerne gemacht habe. Das Ergebnis können Sie hier lesen: OCG Journal Ausgabe 3/2008 (Seite 26/27).

 

Name your Porsche

Ist noch nicht lange her, da gab es Autos in allen Farben, solange sie nur schwarz waren (zumindest hält sich zum berühmten ersten Fließbandauto Ford Model T diese Schnurre). Im Lauf der Zeit sind dann doch ein paar Auswahlmöglichkeiten im Bestellprozeß dazugekommen, die Fertigungsmethoden und Marketinginstrumente wurden ausgefeilter - der Wettbewerb machte es möglich und nötig.

Die letzte Stufe dieses Prozesses ist das völlig individuelle Maßschneidern auf den einzelnen Kunden: Aus Mass Customization wird Individualisation.

Bei Autoherstellern ist das ab Werk meist noch nicht ganz der Fall, daher hat sich eine rege Zulieferindustrie etabliert, die nicht nur Spoiler anbietet, sondern auch dazu beiträgt, seinem Auto den ganz persönlichen Touch zu verleihen. Die holländische Firma Name-Your-Porsche ermöglicht dies nun auch in der gehobenen Fahrzeugkategorie.

Also endlich Schluß mit dem langweiligen 911- oder Cayene-Logo, man ist ja schließlich keine Nummer und hat auch mit Pfeffer nix am Hut. Statt dessen ein ganz individueller Text am Heck des Vehikels, Schriftart und Aufmachung passen dabei ganz exakt zum Porsche Design.

Und wem nur "Bruce" einfällt, dem hilft der Hersteller mit nützlichen Anregungen aus:

Hersteller-Zitat: "Alles ist möglich: „made in germany”, „back off“, „follow me”, “have a nice day”, [...] Aber auch ein subtiler Verweis auf Ihre Segelyacht (Goulette), Ihre Lieblingsflintenmarke (Remington) oder Ihr liebstes Musikinstrument (Fender) ist eine Möglichkeit, einen Porsche als den Ihrigen zu kennzeichnen. [...] Oder möchten Sie lieber zeigen, wo Sie wohnen? Auf dem Heck kann jeder Ort stehen: Vegas, Amsterdam, Nizza... Oder natürlich auch Ihr liebster Urlaubsort: Marbella, Palm Beach, St. Moritz, Dubai..."

Das vermutlich zutreffendste Bild ist aber wohl dieses - wobei man es in seiner schonungslosen Offenheit vermutlich nicht so oft sehen wird. Ebenso selten wird man einen wirklich mutigen Porsche Fahrer sehen, der die stilvolle Provokation wählt ("Eure Armut kotzt mich an" oder "Mehr CO2 als ein Lastwagen")...

Das ganze kostet € 375,- pro 5 Buchstaben, ohne den dazugehörigen Porsche natürlich ;-)  Wem das zu teuer ist, dem bieten sich auch andere Möglichkeiten der Individualisierung seiner Lieblingsprodukte, wie bspw. M&Ms mit persönlichem Aufdruck:

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Sie nennen es Arbeit: Das Digitale Proletariat?

Vor knapp zwei Jahren erschienen und hinlänglich bekannt geworden, singt das Buch "Wir nennen es Arbeit" das Hohelied der sogenannten digitalen Bohème:

"Sie verzichten dankend auf einen Arbeitsvertrag und verwirklichen den alten Traum vom selbstbestimmten Leben. Mittels neuer Technologien kreieren sie ihre eigenen Projekte, Labels und Betätigungsfelder. Das Internet ist für sie nicht nur Werkzeug und Spielwiese, sondern Einkommens- und Lebensader: die digitale Boheme. Ihre Ideen erreichen – anders als bei der früheren Boheme – vor allem über das Web ein großes Publikum und finanzieren sich damit. Ein zeitgemäßer Lebensstil, der sich zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt."

Sicher ist vieles davon zutreffend, auch ausserhalb der Web-2.0-Berühmtheiten verdient so mancher im und durch das Web sein Einkommen. Und natürlich hat das Web (egal in welcher Version) eine Vielzahl von Kontakt-, Marketing- und Vertriebsmöglichkeiten eröffnet, die Unternehmen und Selbständigen gleichermaßen fantastische Businessmöglichkeiten eröffnet haben. Ich wäre der allerletzte, der das bestreitet und es wäre auch unfair, das genannte Buch nur auf diesen Absatz zu reduzieren.

Tatsächlich besteht die EPU-(Ein-Personen-Unternehmen)-Szene überwiegend aus dem Bereich IT und Beratung (siehe hier). Im Sinne einer differenzierten Betrachtung liegt mir aber auch daran, ein Schlaglicht auf die Kehrseite zu legen. Denn natürlich steckt in dem positiven Bild, das da skizziert wird auch ein gerüttelt Maß an Zwangsoptimismus. 

Gerade für EPUs tun sich in der Realität eine Vielzahl von Herausforderungen auf: Oftmals geringe Streuung von Kunden (insbesondere, wenn die Selbständigkeit aus einem vormals angestellten Dienstverhältnis entsprungen ist - Stichwort Outsourcing/Outtasking), mangelnde Skalierbarkeit durch eingeschränkte Bandbreite, gefordertes breites Kompetenzfeld, geringe Absicherung gegen Betriebsausfälle aller Art, u.v.m.

Das alles ist vorhersehbar, kann als spannend empfunden werden und tatsächlich lohnend sein. Die wahre Herausforderung liegt allerdings darin, zu verhindern, dass aus der digitalen Bohème das digitale Proletariat wird -  dass also größere Unternehmen nicht Kraft ihrer Marktmacht aus der präkeren Situation freier Einzelunternehmer überdimensionalen wirtschaftlichen Nutzen ziehen.

Ein Beispiel dafür sind meiner Meinung nach die sogenannten HITs auf Amazon Mechanical Turk. Da werden Stundenlöhne im Cents-Bereich geboten - und zwar nahezu ausschließlich, unabhängig davon, ob es sich um schlichte Tasks handelt oder um anspruchsolle Aufgaben wie das Recherchieren und Verfassen eines Artikels.

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Man könnte natürlich sagen, dass hier nur eine andere Form von Handel angeboten wird (Zeit gegen Geld) und somit Mechnical Turk die logische Line Extension aus dem Amazon Business Modell ist. Man könnte aber auch die Meinung vertreten, dass das eine neue Form des Arbeitsamtes ist - das Arbeitsamt des digitalen Proletariats.


 

Die Karawane zieht weiter - Europa braucht einen Bildungsschub

Innerhalb der letzten 10 Jahre ist der Anteil der G8 (Deutschland, USA, Japan, Großbritannien, Kanada, Frankreich, Italien sowie Russland) am welten BIP um 14% gesunken, der der großen Schwellenländer (China, Indien, Brasilien, Südafrika und Mexiko) ist im gleichen Zeitraum um 30% gestiegen.

Dies ist einerseits dem rasanten Aufholen dieser Länder geschuldet, andererseits aber auch dem reinen Maßstab der Bevölkerungszahlen: So hat China beispielsweise eine immer noch geringere Mobilfunkpenetration als Algerien und liegt damit unter dem weltweiten Durchschnitt, dennoch ist es das Land mit der größten Anzahl an bestehenden Mobilfunkkunden.

Und während in den letzten Jahren zu beobachten war, dass aus Westeuropa niedrigqualifizierte Jobs in sogenannte Billiglohnländer im Osten abwandern, so sind zunehmend auch höherqualifizierte Aufgaben davon betroffen. Nach Indien ausgelagte Callcenter oder Software-Entwicklung in Osteuropa sind noch die bekanntesten Beispiele. Und auch hier trägt der Größenmaßstab zum Trend bei: 25% der Jugendlichen Chinas (beispielsweise die 25% bestausgebildesten) repräsentieren mehr Menschen, als Deutschland, Österreich und die Schweiz insgesamt Einwohner hat.

Noch werden die in China hergestellten Autos als Plagiate belächelt und ihre verheerenden Crashtest-Ergebnisse in der Presse zitiert. Es gibt aber schon allein aufgrund der Bevölkerungszahlen und wirtschaftlichen Entwicklung keinen Grund davon auszugehen, dass die Schwellenländer auf Dauer nur günstige Werkbänke für die High-Tech-Unternehmen in Europa sein werden – vielmehr ist davon auszugehen, dass in Bälde die Entwicklung umkehren kann und hochqualitative, innovative Produkte aus China, Indien oder Brasilien auch auf den europäischen Markt drängen.

Ein wichtiger Faktor sind dabei auch die mit dem Aufstieg einhergehenden sozialökonomische Entwicklungen in diesen Staaten, die es auch für die Schwellenländer notwendig machen, in der Wertschöpfungskette nach oben zu klettern: Wenn auch auf unverhältnismäßig niedrigem Niveau, die Lohnkosten steigen, Arbeitsmarktreformen weiten Ansprüche aus, Umweltstandards werden anziehen usw.

Im Ergebnis weichen bereits jetzt chinesische Unternehmen mit ihren Produktionsstätten nach Vietnam oder Afrika aus, wo die Arbeitskosten noch geringer sind. Die Karawane zieht weiter.

Für Österreich und Europa sollte das ein Warnsignal sein, rasch und nachhaltig auf Bildung und Innovation zu setzen. Wenn wir nicht mit nachhaltig sinkenden Lohnniveaus konfrontiert sein wollen, steigt automatisch die Notwendigkeit nach Hochqualifikation. Denn nicht nur Beschäftigbarkeit sondern vor allem auch Wohlstand sind direkt mit dem Bildungsniveau gekoppelt: Im Jahr 2004 waren 75 Millionen EU Bürger geringqualifiziert, das entspricht etwa 32% der Arbeitskräfte. Die EU geht jedoch davon aus, dass schon im Jahr 2010 lediglich 15% der neuen Arbeitsplätze für geringqualifizierte Bürger geeignet sein werden.

Ganz klare Konsequenz: Europa braucht dringend einen massiven Schub in Richtung Bildung und Innovation - und keine Ausreden mehr, wie PISA nun zu interpretieren sei und dass ohnehin alles soweit in Ordnung ist.


 

Piratensender

Blogger werden manchmal auch als als Citizen Journalists bezeichnet, in Abgrenzung zu den öffentlich-rechtlichen oder zumindest von Profi-Journalisten erzeugten Nachrichten.

Ich habe deshalb in einem Führungskräfte-Workshop zum Thema Web 2.0 unlängst Blogs als Piratensender im Internet bezeichnet und damit das Verhältnis gemeint, das die "hochoffizielle" Unternehmenskommunikation (bspw. Presseaussendung oder Prospekt) zu der über Blogs möglichen direkten Sprache der Mitarbeiter haben kann.

Das muß aber gar nicht auf Unternehmensthemen beschränkt bleiben, und vor allem nicht auf Blogs. Die aktuelle Fußball-Europameisterschaft bietet ein Lehrstück dazu, wie vielfältig, interkativ und praxisnahe Zweinuller-Kommunikation möglich ist (bzw. wäre). Hannes Treichl hat das ganz ausgezeichnet zusammengestellt: http://www.hannestreichl.com/internet-marketing-web20-em200/

So macht die APA Informationen "verdaubar"

In der hektischen Medienwelt fällt es oft schwer, Zusammenhänge zu erkennen und nachzuvollziehen. Die österreichische Presseagentur APA (nach eigenen Angaben der größte größten Informationsservice-Anbieter des Landes) setzt daher auf Visualisierung - und zwar auch, aber eben nicht nur, auf die allseits beliebten Tag-Clouds, wie die folgenden Beispiele zeigen:

APA Parlaments Visualisierung

Die Parlaments-Visualisierung zeigt anhand eines stilisierten Plenums an, welche Abgeordneten und Regierungsmitglieder zum gesuchten Thema in den Medien vorkommen. Wer etwas zum betreffenden Thema gesagt hat, welche politischen Akteure miteinander in Interaktion stehen und wer wo involviert ist, wird somit auf einen Blick klar. Und wie im wirklichen Leben wird derjenige größer dargestellt, der mehr zu sagen hat (bzw. öfter in den Medien vorkommt). Mit einem Klick auf die Person bekommt man eine Liste der betreffenden Meldungen angezeigt.

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Die Geo-Visualisierung zeigt auf einer Landkarte von Österreich die Orte, die in den gefundenen Dokumenten genannt werden. Auf einen Blick wird deutlich, wo sich die Brennpunkte des Geschehens zum gesuchten Thema befinden und wo eventuell unerwartete örtliche Bezüge auftauchen. Und auch hier gilt: Je größer die Treffermenge zu einem Ort ist, umso deutlicher wird der Ort dargestellt.

Wer zu bestimmten Stichworten ergänzende Informationen sammeln möchte, dem werden über Contentlinks zum aktuellen Kontext passende Stichworte aus dem Brockhaus angezeigt.

Möglich wird dieser Blick hinter die Kulissen übrigens durch ein Service, das APA Labs heißt. Damit sollen Kunden und Interessierten die Möglichkeit haben, das Angebot der APA auszuprobieren und Feedback zu geben. Bei den Recherchen in den verschiedenen Modulen der APA-Labs ist die Trefferzahl des Suchbegriffes eingeschränkt - trotzdem ist "Rumspielen" mit den APA Werkzeugen recht spannend.

Hier spricht der User

 

Der deutsch-französische Kabarettist Pigor redet sich in seiner unglaublichen Performance "Nieder mit IT" herrlich in Rage über die vielen vielen Kleinigkeiten, die an IT so richtig nerven und schwört das Publikum darauf ein, Rache für die gebrochenen Versprechen der IT zu üben. Dabei bemäkelt er eine lange Liste an Nervtötern - wie man leicht aus eigener Erfahrung nachvollziehen kann, durchaus berechtigt...

 

...das ist überaus amüsant, aber es ist auch ein ernster Hinweis: Der User spricht!

Wenn man die Reaktionen von Pigor's Publikums anschaut, dann ist die IT Branche sicher gut beraten, genau hinzuhören, wenn der User spricht. Das heißt aber nicht unbedingt, dass alle Forderungen umgesetzt werden sollen und schon gar nicht, dass sie in genau der Form umgesetzt werden sollen, wie der User das fordert.

Schön zusammengefaßt wird das von Paul Buchheit, dem Erfinder von GMail: Die meisten der bei seinem kürzlichen Vortrag [via Rolf] präsentierten Erkenntnisse zum Thema User Feedback fallen eher in die Kategorie No-Na, aber es ist doch empfehlenswert, sich den zentralen Teil über "Advice" zu Gemüte zu führen.

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Da geht es vor allem darum, dass Kunden die Tendenz haben, Lösungen vorzuschlagen - es aber schlau ist, zunächst das Problem wirklich verstehen zu wollen; denn die Lösungsvorschläge der Kunden basieren auf deren Erfahrung und greifen u.U. zu kurz oder adressieren das eigentliche Problem nicht wirklich:

"At one time I was receiving all those strange feature requests, like the option to reply to email from within the inbox. I was wondering why anyone would love to do that so I asked people why they requested this feature. Turned out, the performance of GMail was so slow users would not open their eMails but rather respond directly. So we fixed the performance of the servers and the feature request went away."image

 

Jedenfalls beginnt alles mit dem Zuhören, und da bietet Web 2.0 geradezu paradiesische Zustände für Markt- Meinungsforscher.

Ein geniales Tool ist beispielsweise Twistory, das aus dem endlosen Strom von Twitter Messages jene herausfiltert, in denen User sagen was sie lieben, was sie hassen, was sie sich wünschen, was sie denken und woran sie glauben. Einfach davorsetzen, zuschauen und inspirieren lassen! [via Ed]

Kreativität schafft sich Raum - bzw. umgekehrt.

Eine der wesentlichen Voraussetzungen von Kreativität ist Raum, und damit meine ich nicht nur abstrakte Freiheitsgrade, sondern durchaus auch den uns umgebenden, physischen Raum.

Dabei spielen in zunehmendem Maße Mobilität und Flexibilität wichtige Rollen. Das berühmte "Arbeiten im Kaffehaus" ist nicht länger das Vorrecht der Künstler und Bohemians, sondern Alltag für Wissensarbeiter. Wer sich davon überzeugen möchte, macht einfach den Praxistest und besucht tagsüber das Café Landmann, Prückel oder Dommayr in Wien und stellt fest: Der überwiegende Teil der Gäste ist nicht zum Zeitunglesen da und auch nicht aus touristischen Motiven, sondern zum Arbeiten im erweiteren Büro (Und wer nicht immer in die gleichen Lokale gehen und trotzdem arbeiten will, wirft einen Blick auf Helge's WLAN Liste und plant seinen Tag entsprechend). Mobile Arbeitsräume finden sich aber auch an vielen anderen Orten: Flughafenlounges, Eisenbahnabteile, Taxis, u.v.m. Vieles, was früher nur der Überbrückung zwischen 2 Arbeitsplätzen diente, hat sich - dank der IKT Möglichkeiten - als lupenreines Büro etabliert.

Ebenso wie Mobilität zeigt sich die Notwendigkeit, bestehende Büroräume flexibel zu gestalten: Zu schnell ändern sich vielfach Unternehmensprozesse und -strukturen, als dass für Jahrzehnte gebaute Bürostrukturen Schritt halten könnten. Teams werden projektorientiert zusammengestellt und sollen für die Dauer des Projektes auch zusammenarbeiten können; in manchen Firmen ist die unternehmenseigene Cafeteria der wichtigste Meetingraum geworden.

Aber nicht nur aus der Notwendigkeit heraus werden Büros anders gestaltet als in der Vergangenheit: Unter der Leitlinie, daß der zukünftige wirtschaftliche Erfolg immer stärker von der Innovationskraft und somit der Kreativität abhängt, ist man (endlich) auch davon abgekommen, Menschen in legefarmähnlichen Cubicle-Strukturen unterzubringen. Kreativität braucht eine inspirierende Athmosphäre, und somit auch ganz besondere Büroräume.

Erstaunliche Beispiele aktueller Umsetzungen dieses Gedankens findet man hier - unter dem sinnigen Titel "10 annoyingly brilliant office interiors" gestattet man uns einen faszinierenden Blick in die Büroräumlichkeiten u.a. des Filmstudios Pixar, der Werbeagentur TBWA, des Internet-Champion Google, der Online-TShirt-Company Threadless und anderen.

 

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Warum ich seit Jahren das Integrationshaus unterstütze

Urlaub in einem wunderbaren traditionellen Skiort im Salzburgischen, ich komm hier seit 30 Jahren her, sommers und winters und geniesse die Athmosphäre, die Berge und die Therme. Ganz fein eben. Fast ganz fein, wie das folgende Erlebnis zeigt, das mich darin bestärkt, aufmerksam gegen Intoleranz zu sein und dagegen etwas zu unternehmen.

Also, geplant ist ein nettes Abendessen zu zweit, es gibt da ein kleines Lokal am Ortsrand, das mit guter Küche und Wohnzimmerathmosphäre wirbt. Wir bestellen einen Tisch für zwei, als wir hinkommen ist unser Tisch aber nicht im netten "Wohnzimmer" sondern in einem hell erleuchteten Nebenraum. Während die anderen Gäste also bei Kerzenlicht in romantischer Umgebung zu Abend essen, sitzen wir etwas abseits an einem recht grossen runden Tisch unter einer 100W Birne. Aber ok, kein Problem, wir sind da recht easy. Etwas später füllt sich der Extraraum, in dem auch noch eine kleine Theke ist, und es setzen sich - selbstverständlich ohne zu fragen - Gäste zu uns an unseren Tisch. Wir merken, aus dem Abendessen zu zweit wird wohl nichts mehr. Alles immer noch einigermassen okay. Etwas später, die Hauptspeise ist gerade eingestellt worden, beginnen unsere Tischgenossen - natürlich ebenso ohne zu fragen - zu rauchen. Wir bitten höflich darum, zuzuwarten bis wir mit dem Essen fertig sind. Das hätten wir nicht tun sollen, denn mit dieser Frage ändert sich die Stimmung dramatisch.

Was wir nicht wussten, aber gleich zu hören bekamen: Wir wurden von der Wirtin offenbar an den Einheimischentisch gesetzt. Und so wird unsere Bitte gleich mit einem "Na oba sicher net" beantwortet. Wir schauen etwas verdutzt, ähm, wiederholen die Frage nochmals und die Situation eskaliert augenblicklich, denn die rauchende Dame und ihr Partner lassen ansatzlos eine Schimpfkanonade auf uns los. In den nächsten 3 Minuten hören wir Sätze wie "Des is unser Tisch, dass des amoi kloa ist, und do loss i mir nix sagen von Dir" - "Wann Eich wos net passt dann fahrts ham wo's herkommen seids" - "Ihr soitats froh sein, dass überhaupt do essen dirfts" - "Do herin haben soiche wie Du nix verloren, ihr gherts do net her" - "Mir woin do anständige Touristen haben, net soiche Raunzer wie Eich". Anfängliche Kalmierungsversuche fruchten nichts, im Gegenteil, recht rasch gibt mir der eine Tischgenosse zu verstehen, dass er die weitere Diskussion mit mir gerne draussen vor der Tür fortsetzen möchte - wohl etwas weniger wortreich. Weil "Soiche wie Eich brauch ma do net, schauts dass weiter kommts"

Keiner der anderen Gäste zeigt Interesse daran, uns beizustehen. Auch die Wirtin, die uns ja diesen Sitzplatz zugewiesen hat, zeigt ausser etwas hilflosen Kommentaren kein Interesse mehr an uns. Wir zahlen und verlassen fluchtartig das Lokal. Wie das Essen war? Keine Ahnung, ich erinnere mich nur an die Wut im Bauch. Nicht wegen des Rauchens. Sondern über die unverschämten und verletzten Sätze, die da fallen.

Für uns war dieses Schauspiel wohl nur die eigentlich unglaubliche Ausnahme. Aber Immigranten hören solche Sätze nicht nur ausnahmsweise, sondern ständig. Ich erlebe solche Vorkommnisse vielleicht nur einmal, aber Zuwanderer erleben das täglich. Ich kann mir in solchen Situationen wortgewandt helfen oder muss zumindest keine Furcht vor schwerwiegenden Folgen haben, aber Asylwerber oder Menschen mit Immigrationshintergrund haben diese Sicherheit nicht. Ich bin der Meinung, solche Aussagen sind keine Frage schlechten Benehmens, sondern eine Haltungsfrage, eine Frage des Anstands und des Menschenbildes, das man in sich trägt.

Und darum bin ich GEGEN eine eine menschenfeindliche Integrationspolitik, egal ob sie ganz offensichtlich aggressiv ist (das ist zumindest noch ehrlich), oder, wie aktuell zu erleben, unter dem Deckmantel christlich-sozialer Aussagen süssholzraspelnd (also zusätzlich auch noch feig). Und ich bin FÜR Institutionen, die denen helfen, die in solcher Lage hilflos sind. Das Wiener Integrationshaus bietet seit 1993 Flüchtlingen und Asylwerbern eine menschenwürdige Übergangs-Unterkunft und Betreuung, wobei durch zahlreiche Rahmenprojekte die Nachbarschaft miteinbezogen wird. Damit Sätze wie "Soiche wie Euch brauch ma do net" keine Zukunft haben, egal wer sie hören bekommt.

 

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Überblick 2.0

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Was sagen Ihnen RedZee, FatDoor, delver, Jimdo, Aupeo, Bloove, Disqus, Razz, Zedmo, drop.io? Nichts? Tztztz, dann haben Sie scheinbar wirklich den Überblick zu den vielfältigen Anbietern von Web 2.0 Services verloren. Dem kann abgeholfen werden, und zwar mittels einer sehr feinen Überblicksseite mit dem ausnahmsweise selbsterklärenden Namen GO2WEB20.NET.

Alleine die Icon Wall mit den Logos und Markennamen der Services ist schon beeindruckend. Es sind aber auch alle dargestellten Dienste erklärt und beschlagwortet und man kann natürlich auch nach Begriffen und Namen suchen. Recht nett für eine Entwdeckungsreise in das zweinuller-Web.

 

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Bildersuche einmal anders

 

Einer der Fokusbereiche meiner Beratungstätigkeit ist das Geschäftsfeld Informationsdesign. Dabei geht es - unter anderem - auch um die möglichst smarte Visualisierung komplexer Zusammenhänge und/oder großer Datenmengen. Beispiele für derartige Aufgaben finden sich in den Bereichen der Vermittlung aufwändiger Projektinhalte, bei Business Intelligence Darstellungen oder auch bei Leitsystemen.

Und natürlich auch im Bereich Mensch-/Maschine-Schnittstelle, wie man früher zu User Interface Design gesagt hat. Gerade in diesem Feld gibt es in letzter Zeit endlich wirklich signifikante Fortschritte, wie sich beispielsweise anhand des Apple iPhone oder des Microsoft Surface Projektes zeigen läßt.

imageEs geht aber auch einfacher und ganz ohne Hardware zu bemühen, wie das aussergewönliche Projekt PicLens des kalifornischen Unternehmens CoolIris zeigt. PicLens ist ein winzig kleines Plugin für den Firefox Browser und ermöglicht es, auf ganz aussergewöhnliche Art in großen Bildbeständen zu blättern und zu suchen. Das Plugin bietet eine dreidimensionale Bildwand für Fotoseiten wie bspw. Google, Flickr, Facebook und mehr. Auf mehr als anschauliche Weise werden die Suchergebnisse dargestellt und dem Benutzer zur Interaktion angeboten.

PicLens ist kostenfrei, in wenigen Sekunden installiert und wird Ihre Art, mit Bildern im Web umzugehen, nachhaltig verändern. Ein echter Tipp!

Walzer einmal anders

Jetzt, wo der Jahreswechsel gerade hinter uns liegt, und damit das Neujahrskonzert wieder Walzerklänge in Millionen Haushalte übertragen hat, bietet sich die Gelegenheit, den vorzüglichen Einfluß dieser wunderbaren Musik auf das rhythmische Verständnis von bewegungstechnisch völlig untalentierten Menschen zu studieren.

NIKE zeigt uns mit einem Viral Marketing Spot, wie's geht :)

 

In diesem Sinne - Alles Gute für das Neue Jahr und viel Erfolg, was auch immer Sie sich vorgenommen haben !!

 

Ohne Idee ins Web 2.0 - Firmengründung ganz einfach. Erfolg garantiert!

 

Nachdem ich vor kurzem hier darüber berichtet habe, wie Sie ganz sicher ein erfolgreicher Blogger werden, lege ich heute ein Schauferl nach. Wir wollen uns nicht mehr mit einem Blog zufrieden geben, nein wir werden mutig, folgen dem Trend und gründen eine richtige Web 2.0 Company. Jawoll!

Wie meinen Sie? Wir haben ja gar kein Mission Statement? Was werden wir sagen, wenn man uns fragt, was wir tun? Und überhaupt, was steht auf unseren Visitenkarten? Sie meinen, diese Dinge seien aufwändig und teuer und nachdenken wär' auch gefragt?

Pah, mit dieser Einstellung wird nie etwas aus Ihnen. Das ist so old-economy. Neinein, heutzutage machen wir ein bissl Crowdsourcing, wir reachen raus in die Blogosphäre und schon ist unser meshup Firmenname und Leitbild fertig.

Hier also der ganz sichere Weg zur erfolgreichen Web 2.0 Firmengründung, Erfolg garantiert:

Erstens, wir brauchen einen Firmennamen und ein Logo. Anstatt aufwändige Brandingprozesse zu durchlaufen und vielleicht sogar ausgewiesene und preisgekrönte Experten wie Büro 16 zu konsolutieren, werfen wir lieber den Dot-O-Mator an, damit erzeugen wir unseren Firmennamen. Natürlich setzt der Dot-O-Mator ein wenig Planung voraus (immerhin muß man das Tool parametrisieren), soviel Zeit haben wir ja eigentlich gar nicht, also kürzen wir stark ab und nehmen ganz einfach den Web-2.0-Name-Generator.

So, nachdem der Name feststeht, rasch ein Web-2.0iges Logo, bitte gar nicht erst mit einem Designer sprechen, die machen alles nur unnötig kompliziert und teuer. Das schaffen wir doch auch selbst, denn Tools gibts dazu ja im Web, der Web2.0V2LogoCreatr ist sogar gratis! (Und weil wir schlau sind, verwenden wir einen Firmenname, der auf "r" endet, dann wird der letzte Buchstabe bunt und unsere Firma kann sich im Lichte von Flickr sonnen).

So, jetzt sind wir schon fast bereit für den ersten Kundenanruf, wir müssen nur noch ein bisslimage an unserer Sprache feilen, denn wenn wir so weitersprechen wie bislang, dann versteht uns der Kunde ja vielleicht! Am Ende hat der sogar noch eine Vorbildung, weil er sich bei einem Seminar von wirklichen Experten erkundigt hat, was hinter all den Schlagwörtern so steckt! Das wäre doch eher fatal und würde unseren Status von Anfang untergraben, also lieber rasch noch ein Beispiel an einem würdigen Vorbild genommen, z.B. an diesem hier.

Zu guter letzt sollten wir vielleicht auch in ein paar Sätzen festhalten können, woraus unsere Vision und unser Leitbild besteht. Natürlich könnten Sie jetzt entweder einen ausgewiesenen Profi konsultieren, mit Ihnen an tatsächlich vielversprechenden Geschäftsideen zu arbeiten oder einen anderen Experten dazu beauftragen, mit Ihnen und Ihrem Team gemeinsam einen Prozeß zu starten, an dessen Ende eine fundierte und nach innen und außen kommunizierbare Identität steht. Aber, Sie wissen ja schon, sowas kostet nur unnötig Zeit und Geld. Also rasch mal das Buzz-Word-Tool aufgerufen und fertig ist die Folksonomy Mission.

So leicht geht das alles. In diesem Sinne: Viel Erfolg mit Ihrer Web 2.0 Firmen-Idee ;)

 

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Hallöchen, hier mal ein Tipp...

...bevor Sie Geld in die Werbung stecken, überprüfen Sie mal, wie gut Ihr Vertrieb funktioniert. Vielleicht brauchen Sie ja gar keine sündteuren Werbespots schalten, sondern einfach nur mal selbst probieren, ihre Produkte zu kaufen. Das ist nämlich manchmal gar nicht so einfach.

Aktuelles Beispiel gefällig?

imageEpson macht grade mit einem leidlich bekannten deutschen Comedy Star Werbung ("Hallöchen, hier mal ein Tipp"). Da Werbung ja bekanntlich wirkt und die Testergebnisse wirklich ausgezeichnet sind, habe ich mich dazu entschlossen, einen neuen Farblaserdrucker von Epson anzuschaffen.

Leider ist es mir trotz mehrtägiger Recherche (!) nicht geglückt, herauszufinden, wo das Produkt lagernd sein könnte, und was es kostet:

Der Epson Online Shop führt das Produkt aktuell nicht, lt. telefonischer Auskunft der Epson Infoline ändert sich aber der Lagerstand im Onlineshop täglich - ich möge doch bitte weiterhin regelmäßig auf die Webseite schauen, vielleicht ist der Drucker ja dann grade verfügbar...

Und ein Blick auf die Epson Händlerlandschaft ist vernichtend – ich habe versucht, online die gesuchte Information zu dem Produkt zu finden, weil ich es wirklich kaufen will. Kein einziger (!) der Epson Händler kann mir dazu online Information geben, plus: Die Durchsicht der Epson Händlerauftritte im Web spottet jeder Beschreibung.

Da werden auf der Epson Website insgesamt 39 Händler genannt. Von diesen 39 haben 10 keine oder keine funktionierende Webseite (einige der Händler sind bereits seit Jahren in Konkurs...), 17 weitere haben auf ihrer Homepage keinen Bezug zu Epson, führen also Epson nicht im Produktkatalog und/oder lassen nichtmal das Wort Epson vorkommen. Nur bei 12 der 39 Händler ist es überhaupt möglich, irgendeinen Bezug zu Epson herzustellen - aber auch bei diesen 12 ist es bei keinem einzigen möglich, Preis oder Verfügbarkeit des gesuchten Druckers online zu eruieren.

Ich stell mir grade vor, wie die Werbemillionen mit einem leisen Seufzer langsam im Vertriebskanal von Epson verenden - kraft- & wirkungslos.

Abgesehen davon, daß es unter den Webauftritten der Händler ein paar echte Stilblüten gibt (so schreibt beisielsweise einer der Händler "Aus diesem Grund verkaufen wir auch generell keine Geräte"; bei einem anderen stammt der letzte Eintrag im Feld "Neuigkeiten" vom 15. September 2004; ein dritter ist offenbar überzeugt davon, daß es ohnehin egal ist, was Dinge kosten, denn: "…halten wir es nicht für sinnvoll, eine Preisliste anzubieten"; u.v.m - sehr unterhaltsam eigentlich), so zeigt dieses Analyse eigentlich ein erschreckendes Bild über den indirekten Vertriebskanal mancher Hersteller.

Vernetztes Arbeiten (und ein indirekter Channel ist prototypisch für vernetztes Arbeiten) bedeutet nicht nur das Outsourcen von Verantwortung an freie Unternehmer, sondern gerade auch die damit verknüpfte Verpflichtung, dieses Netzwerk auch aktiv zu betreuen. Das ist Knochenarbeit, aber am Ende lohnender, als eine teure Werbekampagne - denn nichts ist gefährlicher für eine Marke, als eine funktionierende Werbung, für ein nicht funktionierendes Produkt oder Unternehmen...

Update zum konkreten Fall:

Fairerweise habe ich - bevor ich diesen Blogeintrag veröffentlicht habe - ein freundliches Mail an das Epson Infocenter und an den Epson Geschäftsführer geschrieben. Die Reaktion hat zwar ein paar Tage auf sich warten lassen, aber dann wurde mir ein etwas besser ausgestattetes Modell zum Preis meines Wunschdruckers angeboten, inkl. Zustellung - was prima ist. Kundenservice funktioniert also, aber am grundlegenden Problem muss dennoch gefeilt werden; bei Epson und auch bei anderen.