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Reflections on work & lifeFranz Kuehmayer's Blog
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Kreativität schafft sich Raum - bzw. umgekehrt.Eine der wesentlichen Voraussetzungen von Kreativität ist Raum, und damit meine ich nicht nur abstrakte Freiheitsgrade, sondern durchaus auch den uns umgebenden, physischen Raum. Dabei spielen in zunehmendem Maße Mobilität und Flexibilität wichtige Rollen. Das berühmte "Arbeiten im Kaffehaus" ist nicht länger das Vorrecht der Künstler und Bohemians, sondern Alltag für Wissensarbeiter. Wer sich davon überzeugen möchte, macht einfach den Praxistest und besucht tagsüber das Café Landmann, Prückel oder Dommayr in Wien und stellt fest: Der überwiegende Teil der Gäste ist nicht zum Zeitunglesen da und auch nicht aus touristischen Motiven, sondern zum Arbeiten im erweiteren Büro (Und wer nicht immer in die gleichen Lokale gehen und trotzdem arbeiten will, wirft einen Blick auf Helge's WLAN Liste und plant seinen Tag entsprechend). Mobile Arbeitsräume finden sich aber auch an vielen anderen Orten: Flughafenlounges, Eisenbahnabteile, Taxis, u.v.m. Vieles, was früher nur der Überbrückung zwischen 2 Arbeitsplätzen diente, hat sich - dank der IKT Möglichkeiten - als lupenreines Büro etabliert. Ebenso wie Mobilität zeigt sich die Notwendigkeit, bestehende Büroräume flexibel zu gestalten: Zu schnell ändern sich vielfach Unternehmensprozesse und -strukturen, als dass für Jahrzehnte gebaute Bürostrukturen Schritt halten könnten. Teams werden projektorientiert zusammengestellt und sollen für die Dauer des Projektes auch zusammenarbeiten können; in manchen Firmen ist die unternehmenseigene Cafeteria der wichtigste Meetingraum geworden. Aber nicht nur aus der Notwendigkeit heraus werden Büros anders gestaltet als in der Vergangenheit: Unter der Leitlinie, daß der zukünftige wirtschaftliche Erfolg immer stärker von der Innovationskraft und somit der Kreativität abhängt, ist man (endlich) auch davon abgekommen, Menschen in legefarmähnlichen Cubicle-Strukturen unterzubringen. Kreativität braucht eine inspirierende Athmosphäre, und somit auch ganz besondere Büroräume. Erstaunliche Beispiele aktueller Umsetzungen dieses Gedankens findet man hier - unter dem sinnigen Titel "10 annoyingly brilliant office interiors" gestattet man uns einen faszinierenden Blick in die Büroräumlichkeiten u.a. des Filmstudios Pixar, der Werbeagentur TBWA, des Internet-Champion Google, der Online-TShirt-Company Threadless und anderen.
Warum ich seit Jahren das Integrationshaus unterstützeUrlaub in einem wunderbaren traditionellen Skiort im Salzburgischen, ich komm hier seit 30 Jahren her, sommers und winters und geniesse die Athmosphäre, die Berge und die Therme. Ganz fein eben. Fast ganz fein, wie das folgende Erlebnis zeigt, das mich darin bestärkt, aufmerksam gegen Intoleranz zu sein und dagegen etwas zu unternehmen. Also, geplant ist ein nettes Abendessen zu zweit, es gibt da ein kleines Lokal am Ortsrand, das mit guter Küche und Wohnzimmerathmosphäre wirbt. Wir bestellen einen Tisch für zwei, als wir hinkommen ist unser Tisch aber nicht im netten "Wohnzimmer" sondern in einem hell erleuchteten Nebenraum. Während die anderen Gäste also bei Kerzenlicht in romantischer Umgebung zu Abend essen, sitzen wir etwas abseits an einem recht grossen runden Tisch unter einer 100W Birne. Aber ok, kein Problem, wir sind da recht easy. Etwas später füllt sich der Extraraum, in dem auch noch eine kleine Theke ist, und es setzen sich - selbstverständlich ohne zu fragen - Gäste zu uns an unseren Tisch. Wir merken, aus dem Abendessen zu zweit wird wohl nichts mehr. Alles immer noch einigermassen okay. Etwas später, die Hauptspeise ist gerade eingestellt worden, beginnen unsere Tischgenossen - natürlich ebenso ohne zu fragen - zu rauchen. Wir bitten höflich darum, zuzuwarten bis wir mit dem Essen fertig sind. Das hätten wir nicht tun sollen, denn mit dieser Frage ändert sich die Stimmung dramatisch. Was wir nicht wussten, aber gleich zu hören bekamen: Wir wurden von der Wirtin offenbar an den Einheimischentisch gesetzt. Und so wird unsere Bitte gleich mit einem "Na oba sicher net" beantwortet. Wir schauen etwas verdutzt, ähm, wiederholen die Frage nochmals und die Situation eskaliert augenblicklich, denn die rauchende Dame und ihr Partner lassen ansatzlos eine Schimpfkanonade auf uns los. In den nächsten 3 Minuten hören wir Sätze wie "Des is unser Tisch, dass des amoi kloa ist, und do loss i mir nix sagen von Dir" - "Wann Eich wos net passt dann fahrts ham wo's herkommen seids" - "Ihr soitats froh sein, dass überhaupt do essen dirfts" - "Do herin haben soiche wie Du nix verloren, ihr gherts do net her" - "Mir woin do anständige Touristen haben, net soiche Raunzer wie Eich". Anfängliche Kalmierungsversuche fruchten nichts, im Gegenteil, recht rasch gibt mir der eine Tischgenosse zu verstehen, dass er die weitere Diskussion mit mir gerne draussen vor der Tür fortsetzen möchte - wohl etwas weniger wortreich. Weil "Soiche wie Eich brauch ma do net, schauts dass weiter kommts" Keiner der anderen Gäste zeigt Interesse daran, uns beizustehen. Auch die Wirtin, die uns ja diesen Sitzplatz zugewiesen hat, zeigt ausser etwas hilflosen Kommentaren kein Interesse mehr an uns. Wir zahlen und verlassen fluchtartig das Lokal. Wie das Essen war? Keine Ahnung, ich erinnere mich nur an die Wut im Bauch. Nicht wegen des Rauchens. Sondern über die unverschämten und verletzten Sätze, die da fallen. Für uns war dieses Schauspiel wohl nur die eigentlich unglaubliche Ausnahme. Aber Immigranten hören solche Sätze nicht nur ausnahmsweise, sondern ständig. Ich erlebe solche Vorkommnisse vielleicht nur einmal, aber Zuwanderer erleben das täglich. Ich kann mir in solchen Situationen wortgewandt helfen oder muss zumindest keine Furcht vor schwerwiegenden Folgen haben, aber Asylwerber oder Menschen mit Immigrationshintergrund haben diese Sicherheit nicht. Ich bin der Meinung, solche Aussagen sind keine Frage schlechten Benehmens, sondern eine Haltungsfrage, eine Frage des Anstands und des Menschenbildes, das man in sich trägt. Und darum bin ich GEGEN eine eine menschenfeindliche Integrationspolitik, egal ob sie ganz offensichtlich aggressiv ist (das ist zumindest noch ehrlich), oder, wie aktuell zu erleben, unter dem Deckmantel christlich-sozialer Aussagen süssholzraspelnd (also zusätzlich auch noch feig). Und ich bin FÜR Institutionen, die denen helfen, die in solcher Lage hilflos sind. Das Wiener Integrationshaus bietet seit 1993 Flüchtlingen und Asylwerbern eine menschenwürdige Übergangs-Unterkunft und Betreuung, wobei durch zahlreiche Rahmenprojekte die Nachbarschaft miteinbezogen wird. Damit Sätze wie "Soiche wie Euch brauch ma do net" keine Zukunft haben, egal wer sie hören bekommt.
Technorati Tags: Integrationshaus, Haltung Überblick 2.0Was sagen Ihnen RedZee, FatDoor, delver, Jimdo, Aupeo, Bloove, Disqus, Razz, Zedmo, drop.io? Nichts? Tztztz, dann haben Sie scheinbar wirklich den Überblick zu den vielfältigen Anbietern von Web 2.0 Services verloren. Dem kann abgeholfen werden, und zwar mittels einer sehr feinen Überblicksseite mit dem ausnahmsweise selbsterklärenden Namen GO2WEB20.NET. Alleine die Icon Wall mit den Logos und Markennamen der Services ist schon beeindruckend. Es sind aber auch alle dargestellten Dienste erklärt und beschlagwortet und man kann natürlich auch nach Begriffen und Namen suchen. Recht nett für eine Entwdeckungsreise in das zweinuller-Web.
Technorati tags: Web-20 Bildersuche einmal anders
Einer der Fokusbereiche meiner Beratungstätigkeit ist das Geschäftsfeld Informationsdesign. Dabei geht es - unter anderem - auch um die möglichst smarte Visualisierung komplexer Zusammenhänge und/oder großer Datenmengen. Beispiele für derartige Aufgaben finden sich in den Bereichen der Vermittlung aufwändiger Projektinhalte, bei Business Intelligence Darstellungen oder auch bei Leitsystemen. Und natürlich auch im Bereich Mensch-/Maschine-Schnittstelle, wie man früher zu User Interface Design gesagt hat. Gerade in diesem Feld gibt es in letzter Zeit endlich wirklich signifikante Fortschritte, wie sich beispielsweise anhand des Apple iPhone oder des Microsoft Surface Projektes zeigen läßt.
PicLens ist kostenfrei, in wenigen Sekunden installiert und wird Ihre Art, mit Bildern im Web umzugehen, nachhaltig verändern. Ein echter Tipp! Walzer einmal anders
Jetzt, wo der Jahreswechsel gerade hinter uns liegt, und damit das Neujahrskonzert wieder Walzerklänge in Millionen Haushalte übertragen hat, bietet sich die Gelegenheit, den vorzüglichen Einfluß dieser wunderbaren Musik auf das rhythmische Verständnis von bewegungstechnisch völlig untalentierten Menschen zu studieren. NIKE zeigt uns mit einem Viral Marketing Spot, wie's geht :)
In diesem Sinne - Alles Gute für das Neue Jahr und viel Erfolg, was auch immer Sie sich vorgenommen haben !!
Ohne Idee ins Web 2.0 - Firmengründung ganz einfach. Erfolg garantiert!
Nachdem ich vor kurzem hier darüber berichtet habe, wie Sie ganz sicher ein erfolgreicher Blogger werden, lege ich heute ein Schauferl nach. Wir wollen uns nicht mehr mit einem Blog zufrieden geben, nein wir werden mutig, folgen dem Trend und gründen eine richtige Web 2.0 Company. Jawoll! Wie meinen Sie? Wir haben ja gar kein Mission Statement? Was werden wir sagen, wenn man uns fragt, was wir tun? Und überhaupt, was steht auf unseren Visitenkarten? Sie meinen, diese Dinge seien aufwändig und teuer und nachdenken wär' auch gefragt? Pah, mit dieser Einstellung wird nie etwas aus Ihnen. Das ist so old-economy. Neinein, heutzutage machen wir ein bissl Crowdsourcing, wir reachen raus in die Blogosphäre und schon ist unser meshup Firmenname und Leitbild fertig. Hier also der ganz sichere Weg zur erfolgreichen Web 2.0 Firmengründung, Erfolg garantiert: Erstens, wir brauchen einen Firmennamen und ein Logo. Anstatt aufwändige Brandingprozesse zu durchlaufen und vielleicht sogar ausgewiesene und preisgekrönte Experten wie Büro 16 zu konsolutieren, werfen wir lieber den Dot-O-Mator an, damit erzeugen wir unseren Firmennamen. Natürlich setzt der Dot-O-Mator ein wenig Planung voraus (immerhin muß man das Tool parametrisieren), soviel Zeit haben wir ja eigentlich gar nicht, also kürzen wir stark ab und nehmen ganz einfach den Web-2.0-Name-Generator. So, nachdem der Name feststeht, rasch ein Web-2.0iges Logo, bitte gar nicht erst mit einem Designer sprechen, die machen alles nur unnötig kompliziert und teuer. Das schaffen wir doch auch selbst, denn Tools gibts dazu ja im Web, der Web2.0V2LogoCreatr ist sogar gratis! (Und weil wir schlau sind, verwenden wir einen Firmenname, der auf "r" endet, dann wird der letzte Buchstabe bunt und unsere Firma kann sich im Lichte von Flickr sonnen). So, jetzt sind wir schon fast bereit für den ersten Kundenanruf, wir müssen nur noch ein bissl Zu guter letzt sollten wir vielleicht auch in ein paar Sätzen festhalten können, woraus unsere Vision und unser Leitbild besteht. Natürlich könnten Sie jetzt entweder einen ausgewiesenen Profi konsultieren, mit Ihnen an tatsächlich vielversprechenden Geschäftsideen zu arbeiten oder einen anderen Experten dazu beauftragen, mit Ihnen und Ihrem Team gemeinsam einen Prozeß zu starten, an dessen Ende eine fundierte und nach innen und außen kommunizierbare Identität steht. Aber, Sie wissen ja schon, sowas kostet nur unnötig Zeit und Geld. Also rasch mal das Buzz-Word-Tool aufgerufen und fertig ist die Folksonomy Mission. So leicht geht das alles. In diesem Sinne: Viel Erfolg mit Ihrer Web 2.0 Firmen-Idee ;)
Hallöchen, hier mal ein Tipp......bevor Sie Geld in die Werbung stecken, überprüfen Sie mal, wie gut Ihr Vertrieb funktioniert. Vielleicht brauchen Sie ja gar keine sündteuren Werbespots schalten, sondern einfach nur mal selbst probieren, ihre Produkte zu kaufen. Das ist nämlich manchmal gar nicht so einfach. Aktuelles Beispiel gefällig?
Leider ist es mir trotz mehrtägiger Recherche (!) nicht geglückt, herauszufinden, wo das Produkt lagernd sein könnte, und was es kostet: Der Epson Online Shop führt das Produkt aktuell nicht, lt. telefonischer Auskunft der Epson Infoline ändert sich aber der Lagerstand im Onlineshop täglich - ich möge doch bitte weiterhin regelmäßig auf die Webseite schauen, vielleicht ist der Drucker ja dann grade verfügbar... Und ein Blick auf die Epson Händlerlandschaft ist vernichtend – ich habe versucht, online die gesuchte Information zu dem Produkt zu finden, weil ich es wirklich kaufen will. Kein einziger (!) der Epson Händler kann mir dazu online Information geben, plus: Die Durchsicht der Epson Händlerauftritte im Web spottet jeder Beschreibung. Da werden auf der Epson Website insgesamt 39 Händler genannt. Von diesen 39 haben 10 keine oder keine funktionierende Webseite (einige der Händler sind bereits seit Jahren in Konkurs...), 17 weitere haben auf ihrer Homepage keinen Bezug zu Epson, führen also Epson nicht im Produktkatalog und/oder lassen nichtmal das Wort Epson vorkommen. Nur bei 12 der 39 Händler ist es überhaupt möglich, irgendeinen Bezug zu Epson herzustellen - aber auch bei diesen 12 ist es bei keinem einzigen möglich, Preis oder Verfügbarkeit des gesuchten Druckers online zu eruieren. Ich stell mir grade vor, wie die Werbemillionen mit einem leisen Seufzer langsam im Vertriebskanal von Epson verenden - kraft- & wirkungslos. Abgesehen davon, daß es unter den Webauftritten der Händler ein paar echte Stilblüten gibt (so schreibt beisielsweise einer der Händler "Aus diesem Grund verkaufen wir auch generell keine Geräte"; bei einem anderen stammt der letzte Eintrag im Feld "Neuigkeiten" vom 15. September 2004; ein dritter ist offenbar überzeugt davon, daß es ohnehin egal ist, was Dinge kosten, denn: "…halten wir es nicht für sinnvoll, eine Preisliste anzubieten"; u.v.m - sehr unterhaltsam eigentlich), so zeigt dieses Analyse eigentlich ein erschreckendes Bild über den indirekten Vertriebskanal mancher Hersteller. Vernetztes Arbeiten (und ein indirekter Channel ist prototypisch für vernetztes Arbeiten) bedeutet nicht nur das Outsourcen von Verantwortung an freie Unternehmer, sondern gerade auch die damit verknüpfte Verpflichtung, dieses Netzwerk auch aktiv zu betreuen. Das ist Knochenarbeit, aber am Ende lohnender, als eine teure Werbekampagne - denn nichts ist gefährlicher für eine Marke, als eine funktionierende Werbung, für ein nicht funktionierendes Produkt oder Unternehmen... Update zum konkreten Fall: Fairerweise habe ich - bevor ich diesen Blogeintrag veröffentlicht habe - ein freundliches Mail an das Epson Infocenter und an den Epson Geschäftsführer geschrieben. Die Reaktion hat zwar ein paar Tage auf sich warten lassen, aber dann wurde mir ein etwas besser ausgestattetes Modell zum Preis meines Wunschdruckers angeboten, inkl. Zustellung - was prima ist. Kundenservice funktioniert also, aber am grundlegenden Problem muss dennoch gefeilt werden; bei Epson und auch bei anderen. Regionalität: Die neue Sehnsucht ?In dem Maße, in dem Globalisierung für manche zur Leitlinie der internationalen Wirtschaft, für andere zum schwammig definierten Unwort und für einige zum Sinnbild für ein aus dem Ufer gelaufenes System geworden ist, entstehen neue spannende Projekte. Diese Projekte stellen einerseits die Betonung der Region in den Vordergrund, sehen sich aber gleichzeitig in Anerkennung der vernetzten Welt in einem globalen System verankert. Dazu zwei Beispiele:
Die Globalisierung läßt unsere Welt im gleichen Maße schrumpfen ("The world is flat"), wie auch wachsen (neue Märkte, usw.) Aber es scheint, als sei der Regionalbezug deshalb noch lange nicht ad acta gelegt, vielleicht sogar im Gegenteil: Nur, weil wir mit praktisch jedem Winkel der Welt in einem Mausklick verbunden sind, fühlen wir uns noch längst nicht überall zuhause.
Technorati tags: Austria, Globalization Auf dem Weg zu Stasi 2.0Die Online-Durchsuchung kommt also, das wurde heute bekanntgegeben. Die große Koalition hat das sehr rasch beschlossen, rascher vielleicht, als so manchem lieb wäre. Die Polizei wird also nach Inkrafttreten dieser Regelung unter bestimmten Auflagen (Vorliegen eines Verdachtsmomentes einer schweren Straftat, richterliche Anweisung) die gesetzlichen Möglichkeiten bekommen, den PC des Verdächtigen zu überwachen. In der Praxis kommt dies einer Telefonüberwachung gleich, die schon bisher nach ähnlichen Prinzipien möglich war. Das hört sich natürlich sehr aufregend an, die Polizei wird Spionage-Software ausschicken und einzelne PCs verdeckt überwachen können. Aufgrund der recht umfangreichen Voraussetzungen eines solchen Vorgehens und der Tatsache, daß doch erheblicher Aufwand getrieben werden muss (der "Polizei-Trojaner" muß ja die üblichen Sicherheitsmaßnahmen à la Firewall, Malware-Schutz etc. des Ziel-PCs überwinden), scheint mir dieses Szenario jedoch nicht ganz so bedrohlich für die Bürgerrechte zu sein. Denn wie gesagt, es muss ein schwerer Grund vorliegen, es muss ein richterlicher Beschluss vorliegen, die Maßnahme muss richterlich begleitet werden und letztlich sind vergleichbare Maßnahmen ohnehin bereits gang und gäbe. Die Polizei kann jedenfalls nicht pauschal Bürger bei ihrem Tun beobachten. Viel gefährlicher für eine freie Gesellschaft erscheint mir die Vorratsdatenspeicherung. Hinter diesem sperrigen Namen verbirgt sich das Grundprinzip der Rasterfahndung. Bei Umsetzung der Vorratsdatenspeicherung werden nämlich Provider (Telefon und Internet) dazu verpflichtet, sämtliche Verkehrsdaten aller Teilnehmer für mindestens 6 Monate zu speichern. Es entsteht somit also eine gewaltige Datenbank, die detailliert protokolliert, wer, wann, mit wem, von wo aus und mit welchen Mitteln Kontakt hatte. Diese Datenbank wird alle Bürger und alle elektronischen Kommunikationen erfassen, und daher das Kommunikations-Verhalten der gesamten Bevölkerung abbilden und in für Analysesoftware leicht aufbereitbarer Form zur Verfügung stellen. Damit lassen sich dann auf Knopfdruck und hochautomatisiert umfassende Kommunikations- und Weg-Zeit-Profile erstellen. Diese Maßnahme geschieht völlig unabhängig davon, ob ein konkreter Verdachtsmoment vorliegt oder nicht. Die Datenbank wird also nicht angelegt, um der konkreten Aufklärung eines ganz bestimmten Verbrechens nachzukommen, sondern sozusagen vorsorglich, aufgrund des diffusen Verdachtsmomentes, das der Staat offenbar gegen alle Bürger hegt - nach dem Motto "Irgendwann wird schon einer dabei sein, der etwas ausgefressen hat." Das ist die berühmte Box der Pandora, denn sind solche Datenmengen erst mal gesammelt, dann gibt es immer findige Köpfe, die Ideen haben, was man damit machen könnte. Beispiel: In Deutschland wurde in der Presse bereits von Bestrebungen der Regierung berichtet, durch die die Rasterfahndung zur Suche nach "Sozialschmarotzern" legitimiert werden soll. Big brother is not only watching me (die Zahl der Überwachungskameras ist ja inzwischen unüberschaubar), he is also scanning my communication. Ich bin kein Jurist, aber ich halte mich für einen mündigen Bürger, der das dringende Gefühl hat, dass durch solche Maßnahmen sowohl die Unschuldsvermutung abgeschafft wird, als auch die für eine freie Gesellschaft unabdingbare unbefangene Kommunikation erheblich beeinträchtigt wird. Mit solchen Maßnahmen stehen wir vor dem Ende der Privatspähre und am Beginn eines Überwachungsstaates. "Ich habe manchmal den Eindruck, wir werden ähnlich stark überwacht wie seinerzeit die DDR-Bürger von der Stasi", sagte dazu unlängst der Präsident des Verfassungsgerichtshofs, Karl Korinek, in einem Interview. Der Wunsch nach Sicherheit verdrängt ganz offensichtlich allzu schnell unsere Grundrechte, wie etwa das Briefgeheimnis, das Fernmeldegeheimnis und andere Säulen, die seit der 1848er Revolution den Bürger vor allzu intimen Nachforschungen des Staates schützen sollen. Die Sensibilität für die Gefahren solcher Maßnahmen fehlt offenkundig, denn wie so oft hört man auch hier das Argument, dass man sich doch bitte nicht aufregen soll, weil wenn man nix verbrochen hat, dann hat man auch nix zu befürchten. Aber es sind die Mosaiksteine, die mich so beunruhigen: IT-Überwachungsmaßnahmen hier, Videoüberwachung da, im Zweifel mal eine Untersuchungshaft dort und das geht dann recht schnell bis hin zu widerwärtigen CIA-Geheimgefängnissen oder gegen die Menschrechte verstoßenden Anstalten. Ich will jetzt nicht künstlich eine direkte Kausalität zwischen Vorratsdatenspeicherung und Guantanamo Bay herstellen, aber meine Sorge ist: Wenn die Relationen zwischen präventiven Polizei-Maßnahmen und Bürgerrechten erst einmal überschritten sind, gibt es so schnell kein Zurück mehr. Vielleicht ist das der größte Schaden, den die Terroranschläge der letzten Jahre ausgelöst haben. Dass nämlich unsere westliche Gesellschaft darauf zunehmend mit Maßnahmen reagiert, wie sie in einem totalitären System üblich sind und die Bürger das unter dem Deckmantel der Sicherheit akzeptieren. Dass also unsere Gesellschaft sich in Richtung eines akzeptierten Überwachungsstaates entwickelt. Wenn das tatsächlich passiert, dann haben die Terroristen einen entscheidenden Sieg über die Grundwerte unserer Gesellschaft errungen. Schäuble, Platter und Co sehen das offenbar anders...
How to become a famous blogger - so wird ihr Blog erfolgreich, garantiert!Wer sich am Montag ein treffendes Ziel setzt, hat schon mal den ersten Schritt in eine erfüllte Woche getan. Daher heute das übersichtliche Ziel: Wie werde ich ein berühmter Blogger. Na klar können Sie jetzt jede Menge dazu nachlesen, Bücher mit Tips gibt's ja ohne Ende. Un natürlich könnte man eine ganze Blogroll mit Sites füllen, die "10 Regeln für erfolgreiches Bloggen" publizieren, und zwar sowohl ganz oder zumindest einigermaßen ernst oder etwas leichtsinniger im Zugang. Manche Blogs widmen sich ja gleich ganz ausschließlich diesem Thema. Oder Sie buchen eines der vielen Seminare, z.B. dieses mit einem der Top-Blogger Österreichs Hannes Treichl. Oder Sie lesen eine der Anleitungen à la Make Money Online oder ähnliches. Oder Sie beschäftigen sich damit, wie Sie Ihre viele Backlinks auf ihren Blog generieren oder mit ausgefeilten Suchmarketing Optimierungen. Natürlich sind alle diese Wege mit harter Arbeit verbunden und ohne Sicherheit auf Erfolg. Aber es gibt auch eine einfachere Methode, die geht ganz leicht und das beste ist, diese wahrlich ultimative Methode bietet eine absolute Erfolgsgarantie!! Wie's gehts, steht hier.
Kleidet die Nackten! (Update zu Sex & Politik)Die evangelische Volkspartei der Schweiz (EVP) konnte die Aktion von Migros natürlich so nicht stehen lassen - heißt es doch schon in der Bibel: Kleidet die Nackten. Und also hat die EVP genau dieses gemacht, nämlich die Plakate entsprechend überklebt, und zwar so: Vorher: Nachher: Damit aber Migros keine rechtlichen Schritte einleiten möge (die werden sich hüten, schließlich ist die Guerilla Aktion das beste was der Migros Kampagne passieren konnte!), hat man einen "Spezialkleber verwendet, der sich selbst auf Papier rückstandsfrei entfernen lässt". Das wird doch sicher den einen oder anderen Passanten herausfordern, nachzusehen, wie leicht das züchtige Kleidungsstück sich tatsächlich entfernen läßt. Wenn es in der Schweiz auch Boulevard-Medien gibt, dann dürfen wir uns auf Fotos von Schweizern freuen, die in aller Öffentlichkeit eine Nationalratsabgeordnete ausziehen...
Sex & Politics & Marketing - bitte nein.Heute wieder mal etwas zum Thema Marketing, ein bissl satirisch aber jedenfalls verknüpft mit einem Wunsch: Dass nämlich sich nicht alle Trends auch in Österreich manifestieren mögen.
Unlängst habe ich mit Freunden zufällig über das Unternehmen Kleiderbauer gesprochen, und ganz logisch kam uns allen sehr rasch die Erinnerung an die legendäre Nackt-Marketing-Aktion aus dem Jahr 2000. Na klar, Sex sells. Dove macht aktuell unter dem Slogan der "Initiative für wahre Schönheit" Werbung mit nackten Frauen, die dem typischen Schönheitsideal der Glossy Media eben nicht entsprechen. Wirklich sehr sympathisch, aber wohl auch nicht ganz altruistisch, es wird schon auch damit zu tun haben, durch die Nackten mehr Dove Seife zu verkaufen. Na klar, Sex sells. Soweit alles okay, und natürlich gibts eine Menge anderer Beispiele, in denen in mehr oder weniger expliziter Form und auf mehr oder weniger stilvolle Weise dem Prinzip Sex sells gehuldigt wird. Kein Problem. Nun aber schlagen unsere bekannt progressiven westlichen Nachbarn in der Schweiz dem Faß den Tropfen aus dem Boden: Wie das Marketingfachjournal Horizont berichtet, posieren Schweizer Politiker für den Handelskonzern Migros in Unterwäsche. Die ungewöhnliche Kreation der Züricher Werbeagentur Leo Burnett erscheint nur zwei Wochen vor den Wahlen. Für die Kampagne wurden per Mail Kandidatinnen und Kandidaten gesucht und auch gleich ganz schnell gefunden: 41 wollten bei der Plakatkampagne mitmachen, sieben wurden schließlich eingesetzt. Und nun kommt mein eingangs erwähnter Wunsch: Ich mag bitte wirklich nicht eine Kampagne von Billa oder Merkur sehen, in der Gusenbauer, Bures, Molterer, Plassnik, Darabos, Kdolsky und Co in BH und Boxershort abgebildet sind. Ich mag mir auch keine Slogans dazu vorstellen ("Es ist verdammt hart der beste zu sein" - dazu Klubobmann Schüssel im kecken String...) Bitte nein.
Eins Null, Zwei Null, Drei NullNein, die Headline ist kein Vorbote auf die Fußball-EM. Sondern ein Hinweis auf die grassierende Lieblingsfrage an alle eBusiness-Experten, was sie denn eigentlich unter Web 3.0 verstehen und welche Auswirkungen Web 3.0 auf die Wirtschaft haben wird und überhaupt.
Ich vertrete da ein paar Kernsätze: Erstens, ich glaube nicht an eine Versionierung eines so dynamischen Systems wie es das Internet nun mal ist. Selbst wenn nun soziale Medien und partizipative Webseiten in aller Munde sind, rechtfertigt das denn wirklich von einem Web 2.0 zu sprechen? Und nur weil es schön langsam die eine oder andere Applikation gibt, die mit semantischen Strukturen umzugehen weiss, gibt es keinen Grund, von Web 3.0 zu sprechen. Versionsnummern sind ein irregeleiteter Versuch, eines Kontinuums habhaft zu werden. Daraus folgend gleich Satz Nummer zwei: Achtung Hype, Achtung Blase! Auch im Rahmen der hochkaratigen Podiumsdiskussion haben sich mir keine neuen, tragfähigen Businessmodelle dargestellt, die mich daran glauben lassen, daß das amerikanische Sprichwort "There is no free lunch" im Internet seine Gültigkeit verloren hätte. Drittens, wenn es schon so etwas wie Versionen geben soll, dann doch eher Evolutionsstufen, wie wir mit dem Internet umgehen. Mir gefällt dabei das Bild, dass Web 1.0 bedeutet hat, daß wir AM Internet gearbeitet haben (es errichtet, Dienste eingeführt, eben Infrastrukturarbeit geleistet); dass Web 2.0 bedeutet, daß wir MIT dem Internet arbeiten (dass also das Internet mit seinen vielfältigen Angeboten ein ganz selbstverständliches Werkzeug für das tägliche Arbeitsleben geworden ist); und dass Web 3.0 bedeuten wird, dass wir IM Internet arbeiten werden (dass sich also eine digital economy tatsächlich etabliert hat). Und daraus abgeleitet schließlich viertens: Wenn das so ist, dann brauchen wir ganz dringend ergänzende Aus- & Weiterbildungsmaßnahmen, die über das Produkt- und Technologieverständnis hinausgehen. Das plakative Beispiel dazu sind webgestützte Conferencinglösungen (also die Nachfahren von Videokonferenzen). Neben der Ebene "Wie bedien' ich nun diese Applikation, diese Kamera" brauchen wir unbedingt die Ebene "Wie verändert sich meine soziale Interaktion und mein Führungsstil, wenn ich mein Team nicht mehr wöchentlich treffe sondern nur mehr montalich, und statt dessen über eine Webcam mit ihm kommuniziere"). Übrigens, dem Publikum der Medienmesse hat's gefallen, man hat's an der Zuschauermenge ganz deutlich gemerkt - und auch an nachfolgenden Postings, die in unserer Diskussion ein Highlight gesehen haben.
John F. Kennedy meets STS
Wie wahr! Und genau darum habe ich das Zitat gleich im Rahmen des großen KURIER Interviews verwendet, das letztes Wochenende erschienen ist (siehe Bild). Das Gespräch fand in einer angenehmen Athmosphäre statt, die bei allem kritischen Fragen doch von großer gegenseitiger Wertschätzung geprägt war. Und ich finde, das kommt im Interview auch gut rüber. Recht interessant sind auch die Reaktionen auf das Interview, die von sehr freundlichen und lieben Kommentaren von Freunden und Bekannten bis hin zu eMails reichen, von mir bislang völlig unbekannten Menschen, die sich in einer Lebensphase befinden, in der sie selbst von einem starken Wandel in ihrer beruflichen Laufbahn betroffen sind. In dieser Situation fällt mir ein Absatz aus einem STS Lied ein, da heisst es: Manche stellen sich vor, du erlebst, g'rad ihr'n Traum vor Freiheit Aber Vorbild zu sein, das ist gar nicht das Ziel und das kann es auch gar nicht sein. Denn es geht am Ende immer nur darum, einfach ein gegenüber seiner Umwelt verantwortungsbewußtes, aber letztlich doch selbstbestimmtes und von offener, toleranter und aufrechter Haltung geprägtes Leben zu leben. Und dazu sind ab und an Phasen nötig, in denen man nach dem Dach sieht... 11 Jahre - eine Bilanz...
Soviel habe ich hier über die Zukunft der Arbeit geschrieben, und nun definiere ich meine eigene Zukunft der Arbeit neu. Nach fast 11 Jahren bei Microsoft habe ich mich dazu entschlossen, eine längere Kreativpause einzulegen, bevor ich mich neuen Herausforderungen zuwenden werde. Ich habe Microsoft daher verlassen, bleibe dem Unternehmen jedoch auch weiterhin als Berater für strategische Projekte erhalten. Neben meiner Lehrtätigkeit an der Fachhochschule Krems werde ich mich sicherlich auch während meiner Pause mit den Schwerpunktthemen Leadership, Strategie und Marketing beschäftigen. Ich freue mich wirklich schon sehr auf diesen neuen Abschnitt meines Lebens, aber ich schaue auch sehr gerne zurück. Auch wenn der Titel dieses Eintrages etwas anderes verspricht, eine Bilanz über eine so lange Zeit zu ziehen, kann in einem Blog nicht gelingen. Aber ein paar Ankerpunkte kann man schon festmachen, die die letzten Jahre ausgemacht haben. Da wäre ganz zuvorderst einmal Wachstum. Mehr als ein Jahrzehnt hatte ich die Gelegenheit, ein Teil von Microsoft zu sein, in ganz unterschiedlichen Rollen, in der österreichischen Niederlassung und im Europa-Headquarter. In dieser Zeit habe ich das Unternehmen in einem Maße wachsen gesehen, wie niemand das vorhersehen konnte – in allen Dimensionen, sowohl quantitativ als auch qualitativ. Mehr Produkte und neue Märkte, fast 10x soviele Mitarbeiter, und viel mehr Verantwortung für den Einzelnen und das Unternehmen. Damit einhergehend natürlich auch Wachstumsschmerzen, aber auch ein faszinierender Reifeprozeß. Die Fähigkeit zu schnellem Wachstum und tiefgreifendem Wandel ist bei Microsoft systemimmanent und ein zentrales Thema. Und was daran zusätzlich spannend ist: Darüber zu reflektieren, wie man selbst dabei mitwächst, als Mitarbeiter bzw. Führungskraft und als Mensch: Kenntnisse, Kompetenzen, Fertigkeiten. Wenn ich denjenigen, der vor knapp 11 Jahren als Mitarbeiter Nummer 35 in Österreich begonnen hat, mit dem vergleiche, der zuletzt COO des 300-MitarbeiterInnen-Unternehmens Microsoft Österreich war, dann sehe ich mein persönliches Wachstum. An zweiter Stelle das Markenverprechen: Your Potential, our passion. Es war und ist beeindruckend, wie Microsoft sein Markenversprechen auf so authentische Weise lebt - bei Microsoft dreht sich tatsächlich alles um realizing potential. Microsoft sieht zunächst mal kein Limit in dem Potential, das jeder einzelne von uns erreichen kann, weil es kein Limit in der menschlichen Vorstellungskraft gibt. Diese Unternehmens-Vision ist deshalb so kraftvoll, weil sie in dem Maß lebt, in dem die Mitarbeiter sich mit ihr identifizieren und sie im täglichen Handeln umsetzen - gegenüber Kunden, Partnern und den eigenen Kollegen. Denn eines ist ganz klar, neben der ungebrochenen Innovationskraft sind es vor allem Unternehmenskultur und Werteverständnis, die ein Unternehmen langfristig von seinen Mitbewerbern unterscheiden. In allen Funktionen, die ich bekleidet habe, sind für mich immer die Menschen im Mittelpunkt gestanden. Und so werde ich sicherlich auch die Leidenschaft dieses Unternehmens vermissen und auch den Antrieb, erfolgreich zu sein und dabei die Welt zu verändern. Aber ganz sicher am beeindruckendsten waren die Menschen bei Microsoft. Ich blicke mit großer Ehrfurcht auf das Potential derjenigen, die mich ein Stück des Weges in diesen Jahren begleitet haben. Viele haben so erstaunliches geleistet und sind dabei über sich selbst hinausgewachsen. Andere haben noch soviel vor sich. Es ist wirklich lohnend, sich mit seinem eigenen Potential intensiv auseinander zu setzen Drittens, ein wesentlicher Teil meines ganz persönlichen Zugangs zum Thema Führung war und ist: Vertrauen. Vertrauen steht ganz am Anfang, alle Formen von People Management und Teamwork haben ursächlich damit zu tun. Man sagt, Vertrauen muß hart erarbeitet werden und ist schnell zerstört. Aber ich glaube daran, daß es auch einen anderen Weg gibt: Mit Vertrauen zu beginnen, grundsätzlich davon auszugehen, daß ich meinem Gegenüber vertrauen kann. Fachlich und menschlich. Ohne blauäugig oder naiv zu sein, aber das ist einfach praktischer so. Die Wirtschaft ist zu schnell, zu komplex, zu vielschichtig, um alle Dinge kontrollieren, ihnen nachgehen zu wollen. Es viel effizienter davon auszugehen, daß hier Vollprofis arbeiten, an jeder einzelnen Funktion. Und daraus abzuleiten, daß ich Grundvertrauen haben kann, dass mein Kollege im Sales, im Marketing, in Finance, der beste an seinem Job ist. Grund genug, ihr oder ihm zu vertrauen. Viertens, und das ist wieder typisch Microsoft, Unternehmertum. In den frühen Jahren von Microsoft hat man oft den Ratschlag gehört: "Ask for forgiveness, not for allowance." Und natürlich ist dieses Prinzip mit dem erwähnten Wachstum ein wenig in den Hintergrund gedrängt worden: Mehr Mitarbeiter bedeutet Arbeitsteiligkeit, bedeutet Prozesse. Mehr Verantwortung und Reife gegenüber dem Markt bedeutet einmal mehr über Konsequenzen nachdenken, bevor man handelt. Aber es geht immer noch ums unternehmerische Handeln und Tun. Microsoft ist nicht Mikado, es ist kein Fehler, wenn sich etwas oder jemand bewegt. Im Gegenteil. In die Zukunft blickend: Mein Weg Ich bin aufrichtig dankbar für die vergangenen Jahre und ich glaube man merkt: Ich werde auf diese Zeit immer mit Stolz und Freude zurückblicken. Und doch verändere ich mich. An der Verbindungsstelle des Sehnervs mit der Netzhaut ist kein Platz für Lichtrezeptoren. Dieser Teil des Auges sieht nichts, das ist der blinde Fleck. Das ist aber keine Entschuldigung dafür, etwas zu übersehen. Der blinde Fleck ist nämlich nur dann ein solcher, wenn man auf etwas starrt, statt den Kopf zu bewegen. Neues erkennen heißt also, sich bewegen. Das ist das eine. Von meinen Freunden und Kollegen habe ich angesichts meiner begonnenen Kreativpause in den letzten Tagen viele Kommentare bekommen, wie es mir nach meiner Zeit bei Microsoft jetzt in meiner neuen Freiheit geht. Und natürlich genieße ich es, daß im Moment ein wenig so zu leben wie in der Jever Bierwerbung ("Kein Stau, keine Hektik, keine Termine"). Aber Freiheit kommt nicht selbstverständlich, und niemals ohne Preis, vor allem nicht, wenn man ein verantwortungsvolles Leben führt. Gegenüber seinen Lieben und gegenüber sich selbst. Und die Freiheit ist nicht eine Freiheit von Bedingungen, ich tausche nur einen Satz Bedingungen gegen einen anderen ein. Es gibt überhaupt nicht eine Freiheit von etwas. Aber es gibt eine Freiheit zu etwas, nämlich die Freiheit, auf die einen umgebenden Bedingungen selbstbestimmt zuzugehen. Ich habe für mich beschlossen, daß für mich der Preis dafürsteht, daß ich mit Neugierde und Risikofreude und Mut der Zukunft begegnen will. Und das tue ich.
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